- Architektur bei Wittgenstein und Schopenhauer
- Mythische Parallelen zwischen Prometheus und dem Transhumanismus
- Gegenarchitektur – Konzepte und Visionen des Raums bei Vilém Flusser und Paul Virilio
- „Von der Gewalt“ in Frantz Fanons „Die Verdammten dieser Erde“
- Der Begriff der Wirklichkeit in Wittgensteins Tractatus
Texte
An die Architektur als bewusstes Schaffen von Räumen werden zugleich technische und ästhetische Ansprüche gestellt. Um den technischen Ansprüchen zu genügen, müssen Bauwerke statische Bedingungen erfüllen. Um den ästhetischen Ansprüchen zu genügen, müssen Bauwerke schön sein. Beide Aspekte finden sich in den Auffassungen von Arthur Schopenhauer und Ludwig Wittgenstein wieder, zwei Denker, die sich in ihrer Philosophie mit Architektur auseinandergesetzt haben.
Der folgende Text fasst die Ansichten der beiden Philosophen zusammen. Die Ausführungen gehen dabei über Architektur als Baukunst hinaus und geben auch Aufschluss darüber, wie nach Schopenhauer und Wittgensteins eine Ästhetik des Raums entstehen kann.
Wenn dem Transhumanismus auch ein philosophischer Hintergrund zugesprochen werden soll und er damit mehr als ein idealistisches Denksystem darstellt – dieser Anspruch wird von führenden Sprecher/innen wie Nick Bostrom oder Max More vertreten –, dann kann der Diskurs über den Transhumanismus nicht nur auf einer politischen Ebene stattfinden und um die Etablierung von Bestimmungen hinsichtlich enhancement-Techniken geführt werden. Die Forderungen des Transhumanismus betreffen unmittelbar das Wesen des Menschen und viele unausgesprochene Vorannahmen haben metaphysische Implikationen, an denen ein politischer Diskurs scheitert, wenn sie selbst nicht thematisiert werden. Gerade in dieser Hinsicht kann die Philosophie einen wichtigen Beitrag leisten.
Es fällt auf, dass viele Argumente von Kritiker/innen des Transhumanismus keineswegs neu sind: Technik- und Fortschrittskritik sind keine Erscheinungen des 21. Jahrhunderts und die Kritik am Vorrang des Subjekts gegenüber Gott wurde bereits im Humanismus thematisiert.
Ich glaube, dass viele Fragen, die durch den transhumanistischen Diskurs scheinbar neu aufgeworfen werden, bereits in der Geschichte gestellt worden sind und in anderem Kontext behandelt wurden.
Am Beispiel des Prometheus-Mythos soll dies verdeutlicht werden.
Es gibt keine Wissenschaft, die den Raum selbst als Untersuchungsgegenstand hat. Vielmehr haben sich in verschiedenen Disziplinen verschiedene Auffassungen entwickelt, wie Raum zu denken ist. Diese Denkmöglichkeiten sind miteinander schwierig zu vergleichen. Der Raumbegriff der Mathematik hat nur wenig mit dem Raumbegriff der Physik oder der Geographie zu tun.
Im Folgenden werden zwei Texte vorgestellt, die sich mit Raum beschäftigen und beide der Technik- und Medienphilosophie zugeordnet werden können: Räume (1991) von Vilém Flusser und Die Auflösung des Stadtbildes (1974) von Paul Virilio. In beiden Texten wird analysiert, wie technische Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts die zuvor herrschenden Raumkonzepte verändert haben und welchen Einfluss diese Veränderung auf den urbanen Raum und die Stadtplanung ausgeübt haben.
Kapitel 1 und 2 fassen Flussers Räume zusammen, in Kapitel 3 werden zentrale Inhalte von Virilios Die Auflösung des Stadtbildes wiedergegeben und mit den Ansichten zur Raumgestaltung von Flusser verglichen.
Frantz Fanons Die Verdammten dieser Erde erschien 1961 und gilt als sein einflussreichstes Werk. Durch die Veröffentlichung erscheint Fanon noch heute im Licht des gewaltverherrlichenden Aufständischen, der lieber zur Waffe greift, um Unterdrücker/innen zu töten, als zu verhandeln.
Die Seminararbeit gibt einen kurzen Einblick in die Entstehung des Buches und die Geschichte des Kolonialismus. Anschließend wird der Inhalt des ersten Kapitels „Von der Gewalt“ in Die Verdammten dieser Erde wiedergegeben, das die Ausgangssituation und den Vorgang der Dekolonisation beschreibt.
Abschließend wird der Frage nach Aktualität und heutiger Relevanz der Gedanken Fanons nachgegangen, darauf hingewiesen, was beim Lesen von Fanon falsch verstanden werden kann und kurz darauf eingegangen, inwiefern das heutige Bild von Fanon seinen Texten gerecht wird.
In Wittgensteins Vorhaben die Probleme der Philosophie mit dem Tractatus logico-philosophicus ein für alle Mal zu lösen, sind zwei Themen zentral positioniert: Die Abbildung der Welt auf die Sprache und die damit zusammenhängende Zuordnung von Wahrheitswerten. Für die Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Welt und Sprache benützt Wittgenstein den Begriff der Wirklichkeit. Sowohl im Tractatus selbst als auch in der Sekundärliteratur wird zwischen „Welt“ und „Wirklichkeit“ nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden. In dieser Seminararbeit möchte ich versuche Wittgensteins Auffassung von Welt und Wirklichkeit zu skizzieren und Unterschiede in den Begriffen so zu verdeutlichen, dass für die Interpretation einiger Stellen im Tractatus neue Gesichtspunkte gewonnen werden können.